Khom – Gründe für Honak

Warnung: Enthält Spoiler!

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Man kann die Khom Kampagne natürlich spielen, als wäre es ein einfacher Feldzug, bei dem es nichts anderes zu tun gibt, als die Armee der Al’Anfaner aufzuhalten – wer ein wenig die Abenteuerideen und anderen Artikel auf meinem Blog verfolgt hat, wird ahnen, dass mich diese Eindimensionalität damals nicht gereizt hat.

Ich wollte mehrere Ebenen einziehen, die ein komplexes Netz aus Handlungsebenen aufspannen, in dem sich die Spieler bewegen können (böse Zungen mögen behaupten, verfangen wäre das bessere Wort für das, was ich mit meinen Spielern gemacht habe).

Mich reizte die Möglichkeit, dass es viele verschiedene Gründe gibt, warum Dinge in dieser Kampagne passieren. Viele verschiedene Mächtegruppen und Einflussweber, von denen die meisten geeignet sind, SCs und andere Protagonisten auf die Reise zu schicken. Auf beiden Seiten. Selbst Tar Honak ist eine ambivalente Figur, und es gibt diverse Gründe, warum er diesen Feldzug vorantreibt (und auf welche Weise).

Es versteht sich von selbst, dass im folgenden vor allem Meisterinformationen eine Rolle spielen. Solltest du die Khom als SL planen – fein, reiben wir uns die Hände und legen los. Willst du die Khom noch als Spieler erleben, dann solltest du jetzt nicht weiterlesen.

So, alle Spieler sollten jetzt nicht mehr unter uns weilen, das heißt, wir sind ganz unter uns.

Zunächst solltest du dir als SL überlegen, was in deiner Version der Khom eine Rolle spielen soll und was nicht.

In meiner Version hatte ich beschlossen, dass der Namenlose eine tragende Rolle besitzt. Denn die Gabe, die der Patriarch angeblich von seinem Gott bekommen hat – die Unverwundbarkeit gegen jegliche sterbliche Macht – stammt in meiner Version in Wahrheit vom Namenlosen. Selbst der Stab des Vergessens ist in meiner Version vom Namenlosen besetzt und ein reines Machtinstrument (und es eröffnet im späteren Verlauf durchaus interessante Ingame-Diskussionen zu der Frage: Warum sollte Boron einen solchen Missbrauch seiner Macht zulassen? – Die Antwort: Es ist nicht seine Macht, die hier benutzt wird.)

Der Güldene vergiftet also den Verstand des Patriarchen mit Machtdurst (und sorgt damit dafür, dass er zu einem späteren Zeitpunkt über sich selbst stolpert – Imperator des Südens, pah! Was soll das schon für eine dauerhafte Lösung sein?).

Zu Anfang führt Honak diesen Krieg nur, um seine inneren Feinde zu besiegen: Der Feldzug ist eine gewaltige Sklavenbeschaffungsmaschinerie, die den Markt überschwemmt und so seinen ärgsten Kontrahenten, Nareb Emano Zornbrecht, massiv schwächt – denn dessen Macht und Reichtum begründet sich hauptsächlich auf Sklavenhandel. Fällt der Preis für Sklaven, fällt der Stern Zornbrechts.

Außerdem zwingt es alle anderen Silberberger, ihren Beitrag zum Feldzug zu leisten und so wichtige Ressourcen zu binden. Wer will schon von sich behaupten, in diesem heiligen Krieg nicht auf der richtigen Seite mitzustreiten? Naja, und die Aussicht auf Kriegsbeute lockt auch ein wenig…

Hat man alle diese Aspekte für sich festgelegt, kann man im Anschluss immer mal wieder Szenen einbinden, die den einen oder anderen Aspekt ins Zentrum der Aufmerksamkeit und die SCs (und im gleichen Zuge die Spieler) zum Nachdenken bringen.

Diese Kampagne lebt von Hebeln. Und es gibt mehr als einen, um den Patriarchen (und damit den Feldzug) zu Fall zu bringen.

SCs können nicht nur die novadische Seite stärken, strategisches Know-how vermitteln und helfen, politische Einigkeit schneller zu erreichen, sie können ebenso die Position des Patriarchen oder einige der Anführer schwächen, indem sie (zeitweilige) Allianzen mit deren internen Kontrahenten (ja, richtig gelesen: Ein Bündnis mit dem Feind, was für ein herrlicher Ritt auf der Rasierklinge) eingehen!

Um die langfristige Motivation (und die charakterliche Stärke) zu behalten, in diesem Spiel nicht unterzugehen oder die Seiten zu wechseln, brauchen die SCs mächtige Motive, Gründe, warum sie weder wanken noch weichen, auch wenn immer wieder Pläne scheitern und Ziele in weite Ferne rücken – oder Verlockungen drohen.

Damit beschäftigen wir uns also als nächstes: den Heldenmotivationen